Kids radeln weiter
Geltow. Sie radeln und radeln und radeln ... Bei jedem Wetter sind die mutigen Jungen und Mädchen der Evangelischen Jugendhilfe Geltow unterwegs. „Bei Sonne kann das jeder ...“, lacht Erlebnispädagoge Jörn Kurth beim Anblick des Regenwetters am Mittwochnachmittag vor dem Start in Plessow.
Schon mehr als 700 Kilometer haben die Kids hinter sich gebracht und es werden immer mehr. Das ist ein super Erfolg. Noch schöner ist, dass dabei keiner zu Schaden gekommen ist. Kein ernsthafter Sturz, kein wirklich kaputtes Fahrrad. Nur den mitradelnden Betreuen ist das eine oder andere kleine Malheur passiert. Da ist dann doch schon mal ein Reifen platt und wird ebenso schnell wieder repariert.
Spendenaufruf war erfolgreich
Das schönste Resultat ist aber, dass sich nach unserem Aufruf zahlreiche Spender gemeldet haben und bis Mittwoch sogar eine Firma und eine Privatperson zugesagt haben, zwei ganze Fahrräder zu sponsern. Für diese wunderbare Motivation sind die Kinder sehr dankbar. Jetzt kann es schon bald an die Planung der nächsten Trekkingtouren gehen. Dann werden die Jungen und Mädchen unter Anleitung ihres erlebnispädagogischen Betreuers öfter auch längere Touren unternehmen können.
Frische Luft für Berliner Kids
Die meisten Kinder der Evangelischen Jugendhilfe Geltow kommen aus derBerliner Innenstadt oder aus Hochhausburgen in den Randgebieten der Großstadt. Für sie sind diese Touren nicht nur eine überraschende Abwechslung, sondern eine echte Hilfe auf dem Weg in ein geregeltes Leben. Und wie man sieht, macht es ihnen großen Spaß, bis an ihre Grenzen zu trainieren. „Das beweist, dass oft schon der Weg das Ziel sein kann“, so Jörn Kurth. Natürlich wird nicht ohne Pause durchgeradelt. Am Mittwoch gab es selbst gebackenen Kuchen, der im Begleitfahrzeug hinter der Gruppe her gefahren wurde.
Ein Pannendienst ist immer dabei
„Ganz wichtig ist, immer ein Auto mit Anhänger dabei zu haben, damit im Notfall auch mal jemand eingesammelt und sein Fahrrad transportiert werden kann“, so Jörn Kurth. „Bislang ist aber, toi, toi, toi, noch nichts passiert.“ „Genauso wichtig ist auch, dass die Jugendlichen immer mit gut angepasstem Helm fahren“, erzählt der erst vierzehnjährige Darius. Er weiß, wovon er spricht. Bei einem Fahrradunfall ist er auf den Kopf gefallen und kann sich glücklich schätzen, dabei einen Helm getragen zu haben. „Der Helm hat mir das Leben gerettet“, sagt er voller Überzeugung und fühlt sich mit der Kopfbedeckung sichtlich wohl.
Fahrradhelm als Lebensretter
Diese Einstellung teilen die wenigsten Jugendlichen und auch in der Gruppe ist man sich darüber nicht wirklich einig. Gern wird ein Helm mit einem modischen Hut verwechselt und schnell mal locker nach hinten geschoben, wenn die Kinnriemen nicht richtig angepasst sind. Jörn Kurth nimmt zur Erklärung der Notwendigkeit gern das Bild einer Wassermelone zu Hilfe. „Stellt Euch vor, ich werfe eine Wassermelone aus normaler Standhöhe einfach auf den Boden - dann ist sie kaputt, auf dem Pflaster zerplatzt“, sagt er, „Eure Köpfe sind auch nicht stabiler.“Das hoffen wir zwar doch, aber ein Sturz auf die Straße kann in jedem Fall schlimme Folgen haben. Und wer sich immer noch weigert, bekommt den Helm kurzerhand angepasst.
Wir sind gespannt, wann das Ziel der 1.000 Kilometer um den Schwielowsee erreicht wird. Damit nicht immer die gleiche Strecke auf dem Programm steht, hat das Team um Kurth unterschiedliche Routen ausgearbeitet, die auch durch Werder, Glindow, Petzow, Ferch und Caputh führen. Es kann also durchaus sein, dass Ihnen die freundliche Truppe unterwegs begegnet!s.g
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